Oder dass Dienstmädchen Polly, die eigentliche "gute Seele" des Hotels, alle Hände voll mit dem Vertuschen von allerlei Situationen zu tun hat, in die sie durch Mr. Fawlty und Manuel gebracht wird. Empfehlenswert ist darüber hinaus die Küche von Koch Terry, der streng nach dem Motto kocht: "Was der Gast nicht weiß, macht den Koch nicht heiß!" Abgerundet wird dieses Ensemble durch die Dauergäste Mrs. Tibbs und Mrs. Gatsby, zwei freundlichen alten Damen sowie den Major, einem schon leicht senilen älteren Herren mit einer wohl historisch bedingten Abneigung gegen "Deutsche" und Nagetieren. Ja, alles könnte so schön und harmonisch sein, wäre da nicht der oberpedantische Gesundheitsinspektor Mr. Carnegie, der neben kaputten Fliesen, verdreckten Schürzen und mit Fleischsaft betropfter Schokolade auch noch zwei tote Spatzen im Wassertank kritisiert und deshalb mit sofortiger Schließung des Hotels droht, sofern sich die Zustände nicht ändern. Auf einmal hat die Belegschaft alle Hände voll zu tun, und als dann noch Manuels Haustier und Namensvetter seines Chefs Basil entwischt, ist das Durcheinander perfekt, denn der Kontrollbesuch des Gesundheitsinspektors naht, und auch die anderen Gäste sollen möglichst nichts von der Existenz des "tierischen" Gastes erfahren. So überschlagen sich die Ereignisse, eine abenteuerliche Ausrede und Rechtfertigung gegenüber dem skeptischen Inspektor und verwirrten Gästen jagt die andere, und als Basil dann noch zu mit Rattengift präpariertem Kalbfleisch greift und selbiges sich unglücklicherweise mit normalem vermischt, erreicht das Chaos seinen Höhepunkt.

Die rasante Komödie "Basil, die Ratte" aus der Fernsehserie "Fawlty Towers - das verrückte Hotel" bietet neben messerscharfem britischem Humor und herrlich kauzigen Charakteren ein wahres Slapstick-Feuerwerk, dass sowohl den Schauspielern als auch dem Zwerchfell der Zuschauer einiges abverlangt. Obwohl ursprünglich für das Fernsehen konzipiert, gelang die Adaption für die Bühne, was die durchweg positive Zuschauerresonanz zeigte. Dabei galt es viele Hindernisse zu überwinden, angefangen von der Bühnenkonstruktion, die für uns mit fast 30 qm und 5 separaten Zugängen damals neue Maßstäbe setzte, über die Umgestaltung der Originalschauplätze, die den Gegebenheiten der Bühne angepasst werden mussten bis hin zu über 60 qm gemalter Bühnendekoration, einer kompletten Küche sowie zahlreichen Requisiten, um das Interieur des Hotels darzustellen, herausragend dabei wohl die funkferngesteuerte Ratte. Die größte Herausforderung war jedoch sicherlich das Schauspiel, den dieses Projekt setzte punkto in Textumfang und darzustellenden Eigenheiten der einzelnen Charaktere die bis dato höchsten Anforderungen. Lohn der Mühen waren neben dem begeisterten Publikum und der positiven Pressestimmen eine Auszeichnung der Sächsischen Jugendstiftung e.V. in Dresden.

 

 
Bisherige Aufführungen:
03.10.1999 - Aufführung im Gewerbepark WIT in Witzschdorf