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2. Christnachtsfeier - "Ist der Preis Weihnachten?" geschrieben von Enrico Münzner, Stefan Vogler und Torsten Wohmann Dieses Spiel ist als weihnachtliche Gameshow angelegt. Ein nerviger, arroganter und leicht minderbemittelter Quizmaster nebst trotteliger Assistentin werden nur noch von ihren "außergewöhnlichen" Kandidaten übertroffen. Diese wären: der altkluge Student Knut- Börge, die Hausfrau Uschi Beimer aus Erfurt und Bert Neureich, ein selbstverliebter Jungmanager. Wie es sich für ein solches Sendeformat gehört, können durch die schnelle Beantwortung mehr oder weniger intelligenter Fragen "tolle" Preise gewonnen werden. Aufgelockert wird die Sache noch durch denkwürdige Auftritte von Stars der Schlager- und Volksmusikbranche. Erwähnt werden muß auch Schwester Beate vom Heiligen Buntstift, die ganz uneigennützig Spenden für bedürftige Bundestagsabgeordnete sammelt. Eine solche Konstellation bietet natürlich jede Menge Möglichkeiten für eine ironische Abrechnung mit unserer verschwenderischen Konsumgesellschaft in der Weihnachten gnadenlos verkitscht und vermarktet wird. In zahlreichen Gags bzw. Anspielungen kommen diese Probleme zur Sprache. Dem eigentlich satirischen Grundton des Stückes stehen unvermittelt gezeigte Dias aus der realen Welt gegenüber. Wenn beispielsweise Knut- Börge einen riesigen, bis zum Bersten mit allen denkbaren Köstlichkeiten gefüllten Präsentkorb gewinnt, sieht sich das Publikum mit einem Bild hungernder afrikanischer Kinder konfrontiert. Es war den Autoren wichtig, diesen krassen Widerspruch begreifbar zu machen. Der Zuschauer sollte erkennen, wie leicht das Leid anderer in unserer von Wohlstand geprägten Gesellschaft in Vergessenheit geraten kann. Umsetzung und Inszenierung des Stoffes wurden sehr aufwendig betrieben. Von der beleuchteten Showtreppe bis zu mit Transparenten bewaffneten "Fans" der auftretenden "Musiker" ließ man kein Detail aus. Die stärksten Momente hatte "Ist der Preis Weihnachten?" sicherlich dann, wenn herzliches Lachen in Sekundenbruchteilen erstarb und einem betroffenen Schweigen wich. Bisherige Aufführung: 24.12.1996 - Kirche Witzschdorf FOTOS [«] Menü |