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Der Diener zweier Herren

geschrieben von Carlo Goldoni


"Oh, wunderbar! Es gibt so viele, die einen Herren suchen, und ich habe gleich zwei gefunden. (…) Allen beiden kann ich nicht dienen. Nein? Und warum nicht? (…) So wahr ich ein ehrlicher Kerl bin, das will ich versuchen. Wenn es nur einen einzigen Tag dauert, ich will´s versuchen. Am Ende habe ich immerhin etwas Tolles gemacht."

Truffaldino Batocchio         

Es ist ein wahrhaft kühner Plan, den da der auf den ersten Blick etwas einfältige Mann aus dem Armenviertel von Bergamo entwirft. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich Truffaldino weitaus cleverer und abgezockter, als es den Anschein hat. Was tut man nicht alles für ein gutes Essen und möglichst viel Lohn.
Leider können seine beiden Arbeitgeber diesen Optimismus nicht teilen. Zu sehr werden sie vom Schicksal gebeutelt. Auf der einen Seite steht Beatrice Rasponi aus Turin, deren Bruder Federigo in einem Degenkampf ums Leben kam. Als den Mörder verdächtigt man ihren Geliebten Florindo Aretusi, der deswegen nach Venedig geflohen ist. Dieser wird, man ahnt es schon, zum zweiten Herren unseres Dieners. Auch Beatrice flieht in die Lagunenstadt. Sie gibt sich als Mann verkleidet als ihr Bruder aus, um an dessen Mitgift zu gelangen. Außerdem hofft sie, Florindo wieder zu finden.
Als ob diese Verwicklungen nicht schon kompliziert genug wären, stehen dem tapferen Mädchen noch weitere Schwierigkeiten bevor. So will der venezianische Kaufmann Pantalone auf die Kunde von Federigos Tod seine ursprünglich dem Turiner versprochene Tochter Clarice nun mit Silvio Lombardi, einem Juristensohn, verheiraten. Sie liebt selbigen inniglich und beide sind berechtigterweise über das Auftauchen des vermeintlich toten Schwiegersohnes nicht sehr begeistert.
Von jenen Komplikationen bekommt Truffaldino nicht allzu viel mit. Ihn interessieren wesentlichere Dinge; sein Magen, sein Geldbeutel, das Dienstmädchen Smeraldina und vor allem, nicht aufzufliegen. Um letzteres zu gewährleisten, lässt er sich die verrücktesten Geschichten einfallen und treibt seine nichts voneinander wissenden Herren allmählich in den Wahnsinn…
Als lachender Dritter kann sich der Zuschauer genüsslich zurücklehnen und amüsiert am aberwitzigen Treiben in diesem Paradebeispiel der Commedia del Arte teilhaben.
Mit der Umsetzung des Stoffes bewältigte die Laienspielgruppe ein kleines Trauma. Bereits 2002 hatte man sich an dem Klassiker versucht, musste dann aber passen. Dieses Mal verlief alles optimal. Das um einen selbst geschriebenen Prolog und eine Rahmenhandlung erweiterte Stück wurde ein voller Erfolg. Die Hauptschwierigkeit für die Darsteller lag sicher im sehr umfangreichen und sprachlich anspruchsvollen Text, dessen Beherrschung grundlegend für das Funktionieren der zahlreichen Pointen war. Von daher geht der "Diener" sicher als eines der probenintensivsten Projekte in die Chroniken ein. Das Publikum dankte mit überwältigendem Zuspruch und sehr positiven Beurteilungen.



Bisherige Aufführungen:
18./ 19. & 24./ 25./ 26. Oktober 2008 - in der Kultur- und Sporthalle Dittmannsdorf

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